Ort mit viel Wasser und die verflixten Umlenkhebel

24.04. – 06.05

 

Es ist Freitag und wir sind bereits zwei Wochen in Xela bei Diego, Sergio, Miriam und Lorinda. Eine Woche lang haben wir unsere Spanischkenntnisse in einer Sprachschule aufgebessert. In der zweiten Woche haben wir gemeinsam mit Greg, Daniel und Joey die Gegend um und in Xela erkundet. Wie man aus den vorrangegangenen Blogeinträgen unschwer erkennen kann, war uns nicht langweilig. Heute packen wir aber unsere Sachen und fahren mit unseren Teneres ein letztes Mal die Stufen aus dem Haus unserer Gastgeber und machen uns gemeinsam mit Joey und Daniel auf den Weg zum Lago de Atitlán.

Bevor wir aber die Stadt verlassen, fallen wir noch einmal bei unserer heißgeliebten Bäckerei ein und versorgen uns mit etwas Proviant. So ausgestattet, können wir die weniger als 80 vor uns liegenden Kilometer entspannt angehen. Kurz nachdem wir die Stadt passiert haben, gelangen wir auf die CA1 und fahren somit zum ersten Mal während unserer Reise auf der offiziellen Panamerika. Die wird hier als Interamericana bezeichnet und ist hervorragend ausgebaut. Wir kommen schnell voran, aber einige Fahrer scheinen es noch eiliger zu haben und schießen förmlich an uns vorbei. Dabei spielt es keine Rolle ob es ein PKW, ein Bus (egal welcher Größe) oder ein dicker Truck ist. Allesamt scheinen mit dem Bleifuß auf dem Gas ins bevorstehende Wochenende zu rasen oder vielleicht auch gegen den nächsten Baum. Oftmals können wir hier nur noch mit dem Kopf schütteln. Aber der Verkehr südlich der USA ist ein Kapitel für sich…

Nach einigen Kilometern verlassen wir die Panamericana wieder und sind deutlich langsamer unterwegs, da die Straßenbedingungen wieder schlechter werden. Was zum Beispiel Busfahrer scheinbar nicht mitbekommen oder diesem Umstand keine Beachtung schenken. Sie rasen nach wie vor an uns vorbei. Nach einigen Kilometern geht es dann nur noch im Zickzack die Serpentinen runter zum See Atitlán dessen Name Ort mit viel Wasser bedeutet. Dieser See ist von den drei Vulkanen Tolimán, Atitlán und San Pedro umgeben. Diese drei Vulkane bieten gerade in den Morgenstunden ein beeindruckendes Panorama. Später zieht die Sicht zu und man kann die Vulkane nur noch erahnen. Nach dem Einkauf auf dem Markt in San Marcos lassen wir den Tag beim gemütlichen Abendessen auf einem Campingplatz mit Seezugang entspannt ausklingen.

Am nächsten Tag kommt uns Greg mit seiner KTM besuchen. Alle zusammen fahren wir mit einem Boot über den See nach San Pedro. Die Boote verkehren hier wie Taxis oder Busse und holen uns direkt vom Steg unseres Domizils ab. An der nächsten „Haltestelle“ treffen wir auf einen alten Bekannten: es ist Rajiv, der Fahrradfahrer den wir in Kanada kennengelernt und bereits in Puebla (Mexiko) wiedergesehen haben. Hier sieht man wieder mal wie langsam wir sind oder wie schnell er ist. Leider haben wir gar keine Zeit uns zu unterhalten, da er gerade sein Boot verlässt und an Land geht und wir auf dem Weg nach San Pedro sind. So bleib es bei einem kurzen „Hallo“. Eigentlich wollten wir uns schon einen Tag vorher treffen, aber auch das hat nicht so richtig geklappt. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass wir Rajiv nicht zum letzten Mal gesehen haben.

Wenig später kommen wir an der Bootsanlegestelle von San Pedro an. Das Örtchen ist touristisch stark erschlossen und vermutlich Anlaufstelle vieler Backpacker. Besonders in der Nähe der Anlegestelle reiht sich ein Souvenirgeschäft und Restaurant an das nächste. Wir kämpfen uns dank einer besonders empfehlenswerten App für Reisende, der iOverlander App, etwas weiter in den Ortskern voran, um uns ein paar leckere – in der App empfohlene – Sandwiches zu gönnen. Diese gibt es zwar nicht wie in der App beschrieben im Doppelpack, aber sie schmecken trotzdem sehr gut. Leider bleibt uns kaum Zeit noch um dieses Örtchen ausgiebig kennenzulernen, denn wenn es Abend wird und die letzte Fahrt ansteht sind die Boote bis zum Anschlag gefüllt und man muss zusehen, dass man noch einen der Plätze für den Weg zurück bekommt. Wir schaffen es noch rechtzeitig und haben alle einen Platz auf dem Boot ergattert. Den Tag lassen wir dann mit Gegrilltem und einem leckeren Schokoladenfondue ausklingen. Mit „Sauren Eiern“ verabschieden wir am Sonntag Greg und versuchen ihn ganz nebenbei zu überreden, dass wir uns in Kolumbien wiedersehen. Viel Hoffnung macht er uns allerdings nicht. Den Rest des Tages nutzen wir zum Entspannen und arbeiten auch mal wieder an unserem Blog.

Am nächsten Tag erkunden wir gemeinsam mit Joey das Dorf Santa Cruz. Auf der Suche nach einem schönen Aussichtpunkt quälen wir uns die lange Straße hinauf ins Dorf. Der schöne Ausblick bleibt uns allerdings verwehrt, das macht aber nichts, da wir unterwegs mit vielen natürlichen Szenen aus dem Leben der Dorfbewohner verwöhn werden. Santa Cruz ist eben noch nicht ganz so touristisch erschlossen wie San Pedro. So lassen uns zum Beispiel zwei Frauen daran teilhaben, wie sie auf traditionelle Weise Stoffe weben. Auf dem Kirchplatz gönnen wir uns eine kleine Auszeit und schauen uns ein Fußballspiel der Mädchen der umliegenden Dörfer an. Ein Kirchplatz als Bolzplatz oder Basketball Court, in Deutschland unvorstellbar, aber hier haben wir derartige Kombinationen schon oft gesehen.

 

Nach einem Bad in See und einer Fotosession mit Zelt und Bikes vor dem Vulkan, brechen wir auf. Es geht dieses Mal im Zickzack die Straße hinauf und später wieder auf die Panamericana. Unser Ziel ist Antigua. Leider ist es hier gar nicht so einfach einen Platz für uns und unsere Bikes zu finden. Es ist eben schon etwas anderer wenn man zu viert unterwegs ist. Ein Platz für vier Personen ist kein Problem aber einen sicheren Stellplatz für vier Reisemotorräder ist schon was anderes. Nachdem wir die Bikes abgestellt haben, schwärmen Ulli, Joey und Daniel aus um eine passende Unterbringung zu finden. Ich bleibe bei den Bikes uns passe auf, dass nichts wegkommt. Nachdem alle wieder zurück sind, vergleichen wir die Angebote und entscheiden uns für das für uns Beste.

Da es meiner Tenere immer noch an ausreichend Bodenfreiheit fehlt und jeder Topes eine Herausforderung ist, haben wir uns die originalen Umlenkhebel der Tenere nach Antigua schicken lassen.  Die Lieferung wurde direkt zu unserem nächsten Hilfsprojekt geschickt, ist aber nach gut einem Monat immer noch nicht am Ziel bei Billy von der EducArte Stiftung angekommen.

 

Das Projekt EducArte

Bereits in Mexiko Stadt haben wir den Kontakt zu Billy Ochoa hergestellt, um unseren Besuch in Antigua bei dem Gemeinschaftszentrum EducArte abzusprechen. Dass sich unser Besuch, auf Grund einer Ersatzteillieferung sowie einer Erkrankung, noch so lange hinziehen würde, konnten wir damals noch nicht wissen. So treffen wir uns erst einige Monate später, am 03.05.2015, mit Billy.

Ein wichtiges Anliegen der nichtstaatlichen Organisation EducArte ist es, die soziale Gerechtigkeit durch Bildung voranzutreiben. Der Focus liegt auf sozial-schwachen Familien in Ciudad Vieja (fünf Kilometer von Antigua entfernt). EducArte sieht dabei die Bildung als Grundstein der gesellschaftlichen Entwicklung. Dazu gehört auch, dass das Verständnis für Vielfalt und Respekt von Unterschieden aller Arten gefördert wird.

Wir möchten diesen Einsatz unterstützen, denn auch wir sind uns sicher, dass Bildung und das Verständnis für Vielfalt ein wichtiges Element in unserer heutigen Gesellschaft darstellen sollte. Gemeinsam mit Billy gehen wir also einkaufen.

Dieses Mal vielleicht ein paar Dinge, die auf den ersten Blick nicht nach den üblichen nützlichen Dingen aussehen, was uns zugegeben etwas Kopfzerbrechen macht. Denn nicht umsonst möchten wir mit Sachspenden und nicht mit Geld unterstützen, damit die Hilfeleistung auch an den richtigen Stellen ankommt.

Ein Drucker und eine Nähmaschine sind zwar Sachspenden, können aber auch sehr einfach für private Zwecke genutzt werden, von denen die zu Unterstützenden nichts haben. Ich finde es sehr schade, dass wir immer wieder dieses Misstrauen entwickeln, was absolut nichts mit Billy oder EducArte  zu tun hat. Leider sieht man immer wieder, wie gute Aktionen zum Vorteil Weniger ausgenutzt werden oder große Wasserköpfe von Organisationen, welche sich Hilfeleistungen welcher Art auch immer auf ihre Fahnen schreiben, große Teile der Spenden erst mal für ihre Selbstorganisation ausgeben.

Aber Billy erklärt uns sehr detailliert wofür diese Anschaffungen primär genutzt werden sollen. Mit einer Nähmaschine will man Taschen und Beutel herstellen, die im täglichen Leben an die Aktionen und Werte der Organisation erinnern und durch den Verkauf die Vorhaben von EducArte unterstützen.  Ein Drucker soll bei der Erstellung von Flyern und Plakaten behilflich sein und somit die Bekanntheit der Organisation erhöhen.

Gern hätten wir uns die Arbeit von Billy und den anderen vor Ort angeschaut, aber leider war dies für uns zeitlich nicht mehr möglich.

 

Unser Problem mit den Umlenkhebeln besteht leider immer noch, sodass wir nach Alternativen suchen. Denn schließlich können wir hier nicht ewig auf das Paket warten, da irgendwann auch mal unser Visa ausläuft.

Da wir von der einen Tenere die originalen Umlenkhebel haben, kommen wir zu der Idee diese nachbauen zu lassen. Ulli stellt einige Hochrechnungen an, welches Material in Frage kommt. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir hier auf Anhieb jemanden finden, der uns die Teile aus hochfestem Stahl anfertigt ist eher gering, sodass sie die Rechnung mit einem der „schwächsten“ Stähle überschlägt. Laut Rechnung könnte das funktionieren. Unser Problem hat sich auch schon beim Personal des Hostels herumgesprochen. Eine der Angestellten (Maribel) kennt jemanden, der mit Metall arbeitet und nach einem Anruf sehen die Chancen vielversprechend aus. Zuvor sind wir auch Alternativen, wie zum Beispiel den Bau der Teile aus Schraubenschlüsseln, die aus gehärtetem Stahl bestehen oder dem Kürzen der anderen Umlenkhebel,  durchgegangen. Aber dies schein nun Hand und Fuß zu haben.  Gemeinsam mit Maribel geht es also nach Guatemala City, wie sich herausstellt zu einem Freund ihres Vaters, dessen Werkstatt unweit von Haus ihrer Eltern liegt. Mit ihm besprechen wir noch einmal detailliert unsere Anforderungen. Nickend nimmt er die originalen Umlenkhebel als Muster entgegen und meint, dass diese morgen fertig sind. Und es kommt noch besser. Maribel lädt uns zum Abendessen bei ihren Eltern ein. Nachdem wir wieder zurück im Hostel sind, geben wir ihr wie vereinbart 200 Quetzales, war umgerechnet rund 22 Euro entspricht und eigentlich eine Art „Lohnausgleich“ sein soll, da wir zuvor dachten, dass wir mit ihr einen halben Tag nach einer geeigneten Werkstatt suchen. Das ist zwar ein stolzer Preis, wenn man bedenkt, dass wir mit einem Bus oder den Motorrädern auch zu der Adresse hätten fahren können, aber wenn alles klappt ist es uns die Sache allemal wert, da Guatemala Stadt nicht gerade als sicheres Pflaster bekannt ist.

Am nächsten Tag gibt sie uns Bescheid, dass sie die Teile erst einen Tag später am Freitag bekommen. Alles kein Problem, wir liegen noch gut in der Zeit und können den Donnerstag für organisatorische Dinge nutzen. Am Freitag ist es dann so weit, wir bekommen die nachgebauten Umlenkhebel. Diese machen auf den ersten Blick einen guten Eindruck, doch bei genauerem Hinsehen fällt uns schnell auf, dass das Metall alles andere als gehärteter Stahl ist, wie be- und versprochen. Aber auch das ist hoffentlich kein Problem, da wir ja bereits festgestellt haben, dass es auch mit normalem Stahl gehen müsste. Dennoch, die Vereinbarung war eine andere. Aber was jetzt kommt, schlägt dem Fass den Boden aus. Maribel möchte noch einmal 200 Quetzales dafür, dass sie die Teile abgeholt hat. Bei unserer ersten Fahr, hat sie uns noch gesagt, dass sie mindestens drei Mal die Woche zu ihren Eltern fährt, was mit Sicherheit auch an diesem Tag der Fall war. Diese Absurdität zeigt uns wieder einmal wie wir hier gesehen werden: als reiche Touristen. Wir denken nicht einmal daran zu bezahlen, da dies in keinem Verhältnis steht. Für die nachgemachten Umlenkhebel haben wir 300 Quetzales bezahlt und für das Bringen und Abholen sollen wir 400 Quetzales bezahlen. Sie lässt sich erst mal nicht mehr blicken. Wir bauen die Teile ein. Zur Sicherheit kommt in jede Tenere ein guter und ein schlechter Umlenkhebel, in der Hoffnung, dass so der schwächere nicht so stark beansprucht wird.

Am Nachmittag kommt eine Lieferung aus Xela. Greg ist da und hat uns Apfelpfannkuchen aus unserer dortigen Lieblingsbäckerei mitgebracht. Da der 1. Mai auch hier ein Feiertag ist, müssen wir alle zusammen in einen 5er-Dorm ziehen. Das hat man uns natürlich nicht gesagt, als man uns die Zimmer angeboten hat. Vergessen? Wir sind alle etwas sauer, aber was solls, davon lassen wir uns das Wochenende nicht vermiesen. Der extra Umzug für nur einen Tag mit all unseren Sachen nervt dennoch.

Da meine Tenere nun einige Zentimeter höher ist, muss auch der Seitenständer verlängert werden. Dies lassen wir bei einer der Zahlreichen Werkstätten hier machen und geben den originalen Ständer gleich mit, damit sie nichts falsch machen können. Und was will man mehr nach gut 2 Stunden ist das Werk vollbracht. Nicht schön aber selten. Am späten Nachmittag brechen Daniel, Greg und ich auf für eine kleine Ausfahrt mit den Bikes. Es geht nach Hobbitenango, einer kleinen Unterkunft hoch in den Bergen. Von hieraus wollen wir den Sonnenuntergang genießen, aber leider vermasseln uns dicke Wolken dieses Erlebnis.

So zeitig wie schon lange nicht mehr quälen wir uns aus den Betten. Es ist 5 Uhr und wir machen uns startklar für eine Tour zum Vulkan Pacaya. Er ist einer der aktivsten Vulkane der Welt. 1965 hatte er seine letzte größere Eruption, ist aber seit dem fast täglich aktiv. Wir wollen uns das Ganze mal genauer ansehen und haben eine Tour zum Vulkan bei einem der vielen Reiseveranstalter hier gebucht. Aber immerhin reicht die Wärme des Gesteins zu rösten Marshmallows. Beim Aufstieg sehen wir die Ausmaße der erkalteten Lavaströme der letzten Eruptionen bis wir irgendwann selbst über diese laufen. Leider führt uns die Tour nicht wie gedacht an den Kraterrand. Gern hätten wir mal die glühende Lava gesehen.

Bevor die Sonne aufgeht, stehen wir auch am Montag auf. Wir wollen raus in die Stadt um einige Fotos zu schießen. Um diese Zeit sind kaum Menschen auf den Straßen und das Licht der aufgehenden Sonne hat einen ganz besonderen Scharm, wenn sie trotz der morgendlichen Kälte alles in einen warmen Farbton hüllt. Weniger schön sind die umherfahrenden Busse, die Auspuffgasen die gesamte Straße einnebeln. Langsam erwacht das Städtchen und immer mehr Menschen kommen auf die Straßen. Dies bedeutet für uns, dass wir den Rückwegantreten und uns auf das Frühstück freuen.

Am Montag erreicht uns eine äußerst freudige Meldung. Billy hat das Paket mit unseren Teilen bekommen. Wir treffen uns nochmals in der Stadt und übernehmen die lang ersehnte Fracht. Nach wenigen Minuten haben wir die hier angefertigten Teile ausgetauscht und sind mehr als nur erleichtert. Jetzt können wir wieder ohne Bedenken über Topes und durch Schlaglöcher fahren. Meine Tenere fühlt sich nun fast wie ein anderes Bike an, so unterschiedlich ist das Fahrgefühl. Vorher war sie butterweich und ich kam mir mit der Tieferlegung von Ullis Maschine manchmal vor wie auf einem vollbepackten Schopper. Topes waren der Horror, da ich erstens stark abbremsen musste und manchmal dennoch gefahrlief mit der Federung durchzuschlagen. Diese Tage sind nun endlich Vergangenheit.

Fazit: Wer mit der Tenere richtigen Fahrspaß will, lässt die Finger von der Tieferlegung!

 


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Spanischunterricht und bedrohliche Begegnung

10. – 24.04. 2015
 
Auf dem Weg nach Quetzaltenango, auch Xela genannt, haben wir es wieder mit guatemaltekischen „Strassen“ zu tun. Unsere gewählte Route entpuppt sich als erdige Nebenstraße, welche hier arg unter Witterung leiden. Mein Vorderrad springt in den tiefen Spurrillen nur so hin und her. Besonders die Kombination aus Spurrillen, losem Untergrund, Steigung, Kurve und möglichem (rücksichtslosem) Gegenverkehr in Einem machen uns beim Fahren zu schaffen. Das Vorderrad unserer bepackten Teneres ist einfach viel zu leicht, worunter die Manövrierfähigkeit der Bikes erheblich leidet. Zugegeben bin ich froh, als wir nach einigen Kilometern wieder auf asphaltierte Strasse stossen, denn 40km auf solch einer Strecke hätten uns mehrere Stunden und viel Kraft gekostet, besonders in der Hitze.
 
Um unsere Spanischkenntnisse zu verbessern wollen wir in Xela einen Sprachkurs belegen. Diese Kurse werden in Guatemala günstig und vielfach in Verbindung mit einem Aufenthalt bei einer Gastfamilie angeboten, um das Lernen der Sprache zu intensivieren. Wir und die anderen beiden finden in Quetzaltenango jeweils eine Familie, bei der wir auch die Motorräder notdürftig parken können.
Stephan und ich kommen bei den beiden Brüdern Sergio und Diego, beide Anfang zwanzig, unter. Die Mutter ist gerade in den USA um die Schwester zu besuchen. Wir haben unser eigenes Zimmer und werden des Öfteren von den Katzen und Hunden besucht. Da die Schule erst am Montag losgeht, unternehmen wir mit Sergio und seiner Freundin einen Ausflug zu einem Vulkanberg, der sich „La Muela“ nennt. Nach einer Stunde Aufstieg erreichen wir die Spitze und haben einen grandiosen Aufblick auf die Stadt und die umliegenden Berge.
 
In den heißen Quellen der „Fuentas Georginas“ wollen wir am Sonntag entspannen. Die Fahrt in die Berge auf der Ladefläche eines Pickups führt uns vorbei an den Gemüsefeldern in Hanglage, wo gerade Möhren, Zwiebeln, Kartoffeln und anderes Gemüse geerntet werden. Der frische Duft trägt zu diesem Fahrerlebnis bei, bevor wir uns dann immer höher auf den Berg schrauben und in die Nebelfelder eintauchen. Oben wird es richtig kühl, sodass uns schon der Kopf weh tut, der die ganze Zeit dem Fahrtwind ausgesetzt ist. Das warme Bad können wir kaum erwarten. Die Idee zu diesem Ausflug hatten jedoch auch viele Einheimische, die hier zum Picknick mit ihrer Großfamilie herkommen. Die Pools waren daher so voll, wie unsere Freibäder an einem sonnigen Wochenende zu Beginn der Sommerferien und die Becken hatten nichts mehr Natürliches an sich. Etwas enttäuscht stehen wir ratlos herum. Schließlich erfahren wir von einem Pool etwas weiter unten im Wald und machen uns auf den Weg. Nach einer kurzen Wanderung finden wir das, wonach wir gesucht hatten. Mitten im Wald stoßen wir auf ein kleines Paradies: ein zwar auch künstlicher aber natürlich erscheinender Pool, gespeist von einem kleinen Wasserfall. Das warme Wasser ist wie eine Kur für den ganzen Körper. Das Wasser ist mit zum Teil mehr als 40 Grad Celsius allerdings so warm, das wir zwischendurch wieder raus müssen um Kreislaufprobleme zu vermeiden. Zurück bei unseren Familien verfallen wir in einen entspannten tiefen Schlaf.
 
Am Montag beginnt unser Unterricht. Wir haben jeweils fünf Stunden Einzelunterricht pro Tag mit einem eigenen Lehrer. Das ist hier so üblich um den unterschiedlichen Niveaus gerecht zu werden. Fünf Stunden Grammatik am Stück machen sich bemerkbar, am Ende sinkt die Aufmerksamkeitsspanne rapide. Nach einer Woche haben wir erstmal genug um unsere neuen Kenntnisse verarbeiten zu können. Wir bleiben aber noch eine Woche bei unseren Familien um diverse Dinge wie Reparaturarbeiten, Blog schreiben und Organisatorisches zu erledigen.
 
Um Aufnahmen für Daniels Kurzfilm zu machen, fahren wir zu viert in die Berge nach Totonicapan. Wir brauchen Actionaufnahmen von Kurvenfahrten mit dem Motorrad in schöner Landschaft. Daniel fährt, Joey, Stephan und ich positionieren uns mit unseren Kameras an verschiedenen Stellen an einer kurvenreichen Strasse. Nach einiger Zeit hält jemand mit seinem Kombi und fragt mich ob wir ein „Permiso“, also eine Erlaubnis zum Filmen haben. Da wir hier auf einer öffentlichen Strasse sind, denken wir nicht dass wir eine brauchen. Später, als Daniel gerade bei mir Stopp macht, hält wieder jemand an und fragt energischer was wir hier machen und ob wir eine Erlaubnis hätten. Ich denke zunächst, dass wir keine Menschen filmen sollen, denn wie wir wissen, sind die indigenen Völker sehr empfindlich was das angeht. Als ich dem unfreundlichem Typen auf dem Kameradisplay zeige, dass wir nur das Motorrad und die Landschaft filmen, ist er immer noch unzufrieden und beharrt auf der Erlaubnis. Der nächste Gedanke, der sich mir aufdrängt ist, dass hier sich hier vielleicht irgendwo ein Drogenkartell versteckt und wir daher die Landschaft auch nicht filmen dürfen. Der Mann sagt dann später er wolle jemanden anrufen und fährt weiter. Wir setzen erstmal die Aufnahmen fort. Dann kommt Daniel mit dem Bike zurück gefahren und ruft wir sollen alles zusammen packen und so schnell wie möglich wegfahren. Er sah wieder diesen Typen, der nun wirklich am Telefon hing und Joey berichtete von Aussagen eines anderen Mannes, dass hier Leute, welche für die Minen arbeiten umgebracht werden. Wir machen uns schleunigst aus dem Staub. Am nächsten Tag finden wir heraus was das Problem war.
 
Ich spreche mit meiner Spanischlehrerin über den Vorfall, in Spanisch versteht sich. Guatemala ist reich an Bodenschätzen, so auch Gold, Silber und anderen Erzen. Ausländische Firmen reicher Nationen, in diesem Fall Kanada und die USA, errichten hier Minen um diese Schätze zu fördern. Während in einheimischen Gebieten diverse Umweltbestimmungen eingehalten werden müssen, hat man in Guatemala bisher bei vielen Minen diesen lästigen Aufwand versucht zu vermeiden. Resultat ist, dass Wasser und Erde stark verschmutzt wurden und das in Gebieten, in denen Einheimische auf Wasser, Ackerbau und Viehzucht angewiesen sind. Frauen wurden unfruchtbar, Kinder blind geboren, Kinder bekamen Hautausschlag und andere Krankheiten, Nutztiere wurden unbrauchbar und die Trinkwasserversorgung war nicht mehr gewährleistet. Der eigene Staat ist keine Hilfe, also betreiben die Menschen Selbstjustiz. In Guatemala herrscht fast Straflosigkeit. Verbrechen werden nicht aufgeklärt. Mörder, Vergewaltiger und andere Verbrecher werden nicht bestraft. So ist es kein Wunder, dass die Bürger selbst handeln.
Wir sahen natürlich aus wie die Stereotypen von ausländischen Minen-Explorateuren und gerieten so unter Verdacht. Alle Erklärungsversuche nutzen nichts, das Misstrauen ist zu gross, die möglichen Konsequenzen für die Einwohner sind zu beängstigend. Wer kann es Ihnen also verübeln, dass sie uns drohen?
Die Gesellschaft Guatemalas ist bezüglich dieses Themas gespalten. Die Landbewohner fürchten die Krankheiten, die Stadtbewohner lockt das mögliche Arbeitsangebot. Politiker schnuppern Geld und tanzen wie Marionetten nach der Nase der Konzerne, auch wenn diese nur einen Bruchteil an Steuern und Abgaben an Guatemala zahlen, und lassen so ihr eigenes Land ausbluten. Zuerst werden Länder wie Guatemala durch angestachelte Bürgerkriege in den wirtschaftlichen Ruin getrieben, um sie dann auf Grund ihrer aussichtslosen Schuldenlage in Abhängigkeit ihrer Gläubiger zu treiben. Man könnte es auch einfach Ausbeutung oder Versklavung nennen. Auch wir werden uns wieder bewusst, wie einige Nationen, so auch unser Heimatland, ihren materiellen Reichtum erlangen. Die Autos und natürlich auch die Motorraeder, mit denen wir herumfahren, könnten nicht ohne diese Materialen zu diesem für uns erschwinglichen Preis gebaut werden, wenn man sich nicht einfach die Bodenschätze anderer Länder für wenig Geld nehmen würde.
Trotz aller gut gemeinten Richtlinien und Firmen Policies finden sich Schlupflöcher und was der Unter-Unter-Unter-… Lieferant vom Endhersteller macht, kann ohnehin keiner mehr ernsthaft kontrollieren. Die Welt ist ungerecht, das wussten wir vorher schon. Uns wurde es nur nochmal direkt vor Augen geführt. Auch diese Reise finanzieren wir letztendlich durch so gewonnen Reichtum. Wir trösten uns, dass wir durch das Reisen wenigstens etwas von dem mitbekommen, was jeder von uns, mit seinem Hunger nach Autos, Elektronik-Spielzeug und sonstigem Luxus, anrichtet, wenn auch indirekt und oftmals unwissentlich. Wir hoffen, dass wir dies auch nach unserer Reise nicht vergessen werden.
 
Den Trailer, den Daniel erstellt hat und der einige Aufnahmen von diesem Tag enthält, könnt ihr hier sehen: https://youtu.be/Ol2PaTpbv34
 
In Xela treffen wir auf Greg aus den USA, der mit seiner 450er KTM in Zentralamerika unterwegs ist. Wir beneiden ihn zwar etwas um die Leichtigkeit seines Enduro Bikes, aber nicht um die Ölwechsel die er alle 1000 Kilometer macht. Am letzten Wochenende wollen wir gemeinsam mit Joey, Daniel und Greg einen Ausflug zur Laguna de Chicabal machen. In den letzten Kilometern scheitert das Vorhaben. Zunächst fahren wir die schlammige Straße bergauf, bis uns bewusst wird, dass die Piste so rutschig ist, dass wir Probleme haben werden, wieder hinunter zu kommen. Daniel ist so freundlich und dreht unsere Maschinen an dem Schlammhang um. Es ist so rutschig und steil, das wir bei Fahrt im ersten Gang unter Mithilfe der Motorbremse noch zu schnell wären. Um die Kupplung zu schonen schalten wir in den Leerlauf und versuchen mit sanftem aber konstantem Bremsen den Hang hinunter zu kommen. Diese Aktion sorgt für viel Anspannung, denn die Bikes kommen ständig ins Rutschen. Mehrmals habe ich das Gefühl mich gleich hinzulegen, als ich einige Meter weit mit versetzen Rädern über den matschigen Boden gleite. Die Erleichterung ist groß, als wir endlich wieder auf festeren Boden stoßen. Zum Glück sind wir nicht bis ganz nach oben gefahren.
Der Besuch eines Schokoladenlädchens mit Schokoladenfondue aus Maya-Schokolade und mit Früchten gibt unserem Aufenthalt in Xela einen schönen Abschluss.
 


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Im Land der Maya – Nebaj und Todos Santos

30.03.-09.04. 2015
 
In Coban verbringen wir ein paar Tage und haben Zeit für verschiedenste Wartungs- und Reparaturarbeiten an Motorrad und Ausrüstung. So lassen wir in einer Blechschmiede den Koffer, der beim Sturz etwas verformt wurde, wieder gerade richten. Die beiden Jungs in der einfachen Werkstatt unterbrechen überraschenderweise sofort ihre Arbeit um sich dem Dengeln des Koffers zu widmen. Am Ende wollen sie weniger Geld haben als wir gedacht hätten und nehmen nicht einmal das Trinkgeld an, welches wir zusätzlich geben wollen. Die Bikes bekommen eine Handwäsche um sie von dem Schlamm zu befreien. Daniel und Stephan modifizieren die Position der Handprotektoren an Stephans Bike, um die Lenkerposition ergonomisch anzupassen. Der erste Versuch in Leon scheiterte, da rechte Protektor zu sehr auf die Schraube zum Bremsflüssigkeitsreservoir drückte. Dies hatte den Austritt von Bremsflüssigkeit zur Folge, was wir glücklicherweise recht schnell bemerkt hatten. Des Weiteren nähen wir uns Polstertaschen für die Kameras und erledigen allerlei Krims Krams. In der Zwischenzeit helfen wir Daniel bei den Dreharbeiten zu seinem Trailer für das Motorcycle Film Festival und so kommt es, dass Stephan während der Fahrt verkehrtherum auf meinem Rücksitz sitzt und Daniel beim Fahren von frontal filmt.
 
Hier in Coban haben wir auch das erste Mal auf der Reise Magenprobleme, doch diese sind nach einigen Tagen mit etwas Unterstützung von Pepto Bismol, der rosa-schleimigen Medizin zum Trinken, wieder verschwunden.
Nach den Tagen in der unspektakulären Stadt trennen sich vorerst die Wege von uns und den beiden anderen Motorradreisenden, mit denen wir seit Cancun unterwegs sind. Sie wollen nach Antigua zur Semana Santa fahren (Osterprozessionen) und hatten schon lange im Voraus ihre Unterkunft gebucht. Wir müssen noch etwas Zeit in Guatemala absitzen, damit uns das Paket mit den Umlenkhebeln noch erreicht. Daher fahren wir zunächst in den Nordwesten des Landes. Der Weg führt uns zunächst über eine 30 Kilometer lange Schotterpiste in die Berge und wir durchfahren dabei kleine Dörfer, die primitiver nicht sein könnten. Einfache Hütten, aus Holz und Wellblech gefertigt, stehen am Wegesrand. Der Fußboden in den Hütten ist simpler Erdboden, sodass wir uns ausmalen wie es hier wohl während der Regenzeit aussieht. Wie wir es schon vorher auch in Mexiko gesehen haben, wird die Wäsche zum Trocknen überall hingelegt, auf Dächer, den Boden oder über Stacheldrahtzaun. Hühner, Schweine und Hunde laufen scheinbar herrenlos über die Straße. Toilettenhäuschen bestehen aus Holzgerüsten die mit Folie zum Sichtschutz abgehangen sind. Kinder sitzen auf der Straße und räumen Steine umher. Sie wollen uns anhalten und fragen rufend nach Geld. Doch so Leid uns die Kinder auch tun, ist es besser nicht zu stoppen, da man hier in den abgelegenen Gebieten eben doch nicht weiß, ob noch jemand im Busch lauert. Abgesehen davon wissen wir nicht, ob die Kinder nicht sogar nur zum Zweck des Bettelns von ihren Eltern auf die Straße gesetzt werden. Hier Geld zu geben verschlimmert die Situation der Kinder nur noch.
 
Anschließend rauschen wir über eine überraschend gut asphaltierte und kurvenreiche Straße. Auch hier in der Gegend finden schon die Vorbereitungen für die Ostermessen statt. Auf den Straßen werden bunte Teppiche mit verschiedensten Motiven aus Blumen, gefärbten Sägemehl und Nadelblättern gestreut. Einige Straßen in den Dörfern sind dafür gesperrt, sodass wir immer wieder stecken bleiben und Umwege fahren müssen. Die Überlandstraßen führen immer direkt durch das Zentrum, über den vollen Marktplatz. Das ist zwar einerseits interessant, kann aber auch nervig werden, wenn wir in der Hitze vorankommen wollen.
 
Unsere Reise führt uns so in das Örtchen Nebaj. Von der Stadt sind wir zunächst nicht sonderlich beeindruckt, doch was wir auf dem Hauptplatz vor Kirche sehen, haut uns um. Der ganze Platz ist voll von traditionell gekleideten Mayas, die auf Bänken und Treppen herumsitzen und scheinbar auf etwas warten. Wir beobachten die Vorbereitung eines gigantischen Blumenteppichs, bei denen von jung bis alt alle mitmachen: mit Hilfe von Schablonen werden die bunten Muster ausgestreut.
Nach einiger Zeit findet plötzlich mehr Bewegung auf dem Platz statt: die Prozession geht los. Aus der Kirche kommt nun eine Menschenmasse geströmt. Die ganze Treppe ist plötzlich von Maya-Frauen überlaufen, die traditionellen Kopfschmuck und hübsche Gewänder tragen. In dem Moment haben wir Gänsehaut. Immer mehr Leute kommen aus der Kirche geströmt und wir können uns gar nicht entscheiden ob wir gucken und den Moment genießen, oder fotografieren sollen, um diese Eindrücke für später festzuhalten. Ein Luxusproblem, welches wir nicht zum ersten Mal auf der Reise haben.
 
Weiter unten in der Stadt ist ein Volksfest im Gange. Im Grunde ist es genauso wie auf einer deutschen Kirmes: Fahrgeschäfte, Spielbuden und Imbissstände. Nur hat alles einen etwas anderen Standard. Nachdem wir uns an der Imbissbude mit Pizza versorgt haben, steuern wir auf eines der beiden Riesenräder zu. Die Gondeln sind besetzt mit jugendlichen Mayas, fast alle traditionell gekleidet, ein für uns seltener Anblick. Ein kleiner Motor mit Schaltgetriebe bringt ein Stahlseil in Bewegung, welches sich um das ganze Riesenrad zieht und für die Rotationsbewegung sorgt. Warum fahren wir nicht mal `ne Runde mit? Gemütlich werden wir in unserer Sitzbank, die etwas an alte Skilifte erinnert, nach oben befördert. Von dort haben wir einen unvergesslichen Ausblick auf das Treiben auf der Festwiese, die Stadt und die Berge im Hintergrund, während die Sonne schon tief am Himmel steht. Als wir dann Fotos mit Kamera und Handy machen, geht es plötzlich rund. Wir nehmen Fahrt auf und bald sind wir nur noch darauf konzentriert unseren Kram festzuhalten. Es geht plötzlich so schnell und wir haben das Gefühl gleich zwischen Sitzbank und dem Sperrriegel hindurchzurutschen, wenn nicht vorher schon die gesamte Sitzbank abreißt. Ein Überschlag mit der Gondel scheint auch nicht mehr fern. Stephan krallt in der einen Hand die Kamera und in der anderen den Rucksack fest. Ich weiß nicht wie er es geschafft hat nicht rauszufliegen. Mit einer Hand konnte ich gerade so mein Smartphone festhalten, da es mir unmöglich war, dieses während der Fahrt wegzustecken und mit der anderen Hand musste ich irgendwie versuchen mich festzuhalten. Dann halten wir an und wir können uns wieder entspannen. Doch das war es noch nicht, wir nehmen wieder Fahrt auf, dieses Mal rückwärts. Als wir das erste Mal den obersten Punkt passieren, steht unsere Sitzbank für einen kurzen Moment fast waagerecht, sodass wir mit dem Gesicht auf den Boden schauen. Wir wissen nicht ob wir schreien oder lachen sollen. Wir überstehen die nächsten Runden und sind doch etwas erleichtert als wir wieder langsamer werden. Mit etwas schlotternden Knien, aber einem fetten Grinsen auf dem Gesicht, verlassen wir dieses rotierende Monster. Eigentlich hat es ja Spaß gemacht, hätten wir nicht das Misstrauen in die guatemaltekische Technik gehabt und hätten wir nicht unsere Sachen festhalten müssen.
 
In Huehuetenango haben wir einen Kontakt von Couchsurfing, der uns ein paar Tage bei sich wohnen lassen würde. Das Einbahnstraßenlabyrinth in der Stadt treibt uns fast zum Wahnsinn. Entweder darf man nicht da abbiegen wo man möchte oder erkennt gar nicht erst, dass es sich um eine Einbahnstraße handelt, da die Beschilderung fehlt. An einer zunächst normalen Straße mit zwei Fahrrichtungen landen wir fast im Gegenverkehr, da unsere Spur unscheinbar nach rechts abzweigt, was wir verpassen und uns dann plötzlich in einer zweispurigen Einbahnstraße in falscher Richtung bewegen.
Carlos, unser Couchsurfing Gastgeber empfängt uns freundlich und gibt uns unser eigenes Zimmer im Hinterhof. Er ist Bäcker und will demnächst sein eigenes Café im Innenhof aufbauen. Von Huehuetenango aus machen wir einen Ausflug in die Kleinstadt Todos Santos, die in den Cuchumantes Bergen liegt. Todos Santos, eine Stadt die dafür bekannt ist, dass auch die Männer in traditioneller Maya Kleidung unterwegs sind. In den meisten anderen Regionen tragen nur noch die Frauen typische Gewänder. Hier in Todos Santos haben alle Männer längs rot-weiss gestreifte Hosen an, dazu Hemden und Hüte, je nach Familienangehörigkeit mit einem anderen Muster. Für uns sieht das Stadtgeschehen eher wie eine grosse Zirkusvorstellung aus. Das Volk der Maya ist generell sehr fotoscheu. Wir fragen also Leute ob wir ein Portraitfoto machen dürfen, bekommen aber fast immer ein Nein zu hören. Da wir unser Teleobjektiv in Huehuetenango vergessen haben, können wir auch keine Szenen aus der Ferne aufnehmen. Die Stadt ist für guatemaltekische Verhältnisse recht reich, was wir an den üppig ausgebauten mehrgeschossigen Steinhäusern festmachen. Viele der Männer arbeiten in den USA und schicken Geld nach Hause. Nach ein paar Stunden umherlaufen haben wir genug und machen uns auf den Rückweg.
In Huehuetenango besuchen wir den zentralen Friedhof. So wie dieser aussieht, kann man ihn wahrlich als eine Stadt der Toten bezeichen. Es gibt hier keine bepflanzen Erdfleckchen, so wie wir es aus der Heimat kennen. In einer Betonwüste reiht sich Grabhäuschen an Grabhäuschen. In zum Teil mehreren Etagen werden die Särge eingeschoben und dann zugemauert. Jedes Haus sieht anders aus, ist bunt bemalt und oftmals hübsch verziert. In angemauerten Vasen können die Angehörigen frische Blumen einstellen. Einige der Häuschen haben sogar eine Art Vorraum, in dem Fotos und persönliche Gegenstände der Verstorbenen ausgestellt sind. Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich nicht nur das Leben in anderen Laendern verläuft, sondern auch die letzte Ruhestätte anders gestaltet ist.
 
Carlos und seine Freunde nehmen uns mit auf den Wochenmarkt. Hier zeigt sich wieder das Chaos von Zentralamerika: Warum findet der Markt dort statt, wo sich alle 5 Minuten große Busse zwischen den Obst- und Gemüseständen durchquetschen müssen? Das Gedränge ist gross genug und hier soll auch noch Platz für diese riesigen Monster gemacht werden, die einfach drauf zuhalten. Wir müssen ständig auf der Hut sein. In dem Getummel ersteht Carlos spontan ein kleines Zicklein, welches wir nach Hause tragen und dort erstmal mit warmer Milch versorgen.
Unser Aufenthalt in Huehuetenango verlängert sich, da wir die Chance haben ein Waisenhaus kennenzulernen und dieses über die Stiftung für Helfer unterstützen möchten. Carlos arbeitet dort als Freiwilliger und so fahren wir mit den Bikes dort hin. Einen Bericht dazu gibt es im nächsten Beitrag.
 
In Chichicastenango treffen wir uns wieder mit Joey und Daniel. In Coban hatten sich ja unsere Wege getrennt, doch da es irgendwie Spass gemacht hat, wollen wir noch eine Zeit lang gemeinsam weiterreisen. Ausserdem muss Daniel noch sein Trailerprojekt fertigstellen, bei dem wir ihm vielleicht etwas helfen können. Chichicastenango ist bekannt für den größten indigenen Kunst- und Handwerkermarkt Zentralamerikas, der immer donnerstags und sonntags stattfindet. Wir fragen uns wer das ganze Zeug kauft. Es gibt tausende Taschen, Textilwaren, Hemden, Armbänder und sonstigen üblichen Souvenirkram der für Touristen bestimmt ist, aber außer uns ist hier kaum jemand. Aufwendig aufgebaute Holzgerüste bilden das Konstrukt für die Stände. Lebendig wird es bei den für die Einheimischen interessanten Ständen mit Lebensmitteln wie Bohnen, Mais, Reis, Obst, Gemüse, Eiern und rohem Fleisch. Auch lebendige Tiere wie Hühner oder Schweine werden gehandelt.
 


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Von Tempeln im Dschungel und Rutschfahrten im Regen

25. – 30. März

Tikal

Nachdem wir die Grenze passiert haben geht es auf direktem Weg nach Tikal. Die letzten Kilometer geht es im Schleichfahrtmodus voran, da laut dem Personal am Eingang die Start- und Ankunftszeit verglichen wird. Und wer schneller als innerhalb einer bestimmten Zeit ankommt, hat zwangsläufig die Höchstgeschwindigkeit überschritten und muss eine Strafe zahlen. Es fällt uns nicht leicht die 40 bzw. 45km/h einzuhalten. Endlich angekommen, ist natürlich niemand mehr da, der die Zeiten überprüft. Hätte man sich fast denken können, da wir immer wieder von Bussen und anderen Fahrzeugen mit deutlich höherem Tempo überholt wurden. Auf dem Campingplatz erwartet uns eine freudige Überraschung, eine weitere XT660Z steht nahe dem Platz, wo wir unser Zelt aufbauen wollen. Es ist Ingos Tenere mit der er schon Australien und viele andere Länder unsicher gemacht hat. Ihn haben wir seit San Diego nicht mehr gesehen. Umso mehr freuen wir uns, dass es hier noch einmal klappt.

Die Tempelanlage der Maya ist eine der schönsten, die wir während unserer Reise zu Gesicht bekommen. Relativ ursprünglich, soweit wir das jedenfalls beurteilen können, stehen die imposanten Pyramiden inmitten des Dschungels und lassen unsere Phantasie wieder einmal verrücktspielen. Die exotischen Geräusche der Dschungeltiere tun ihr übriges diese Vorstellungen zu untermalen. Da wir gegen 16Uhr Tikal erreicht haben, sind unsere Eintrittskarten auch noch für den nächsten Tag gültig, sodass wir uns in aller Frühe aus den Zelten herausquälen, um den Sonnenaufgang über der mystischen Tempelstadt zu sehen. Nach einem kleinen Frühstück auf dem Tempel, schauen wir uns den Rest der Anlage an, den wir gestern nicht mehr gesehen haben. Der Reiz dieser Ruinen liegt im Zusammenspiel mit dem allgegenwärtigen Dschungel, der sich sicherlich im Lauf der Zeit immer mehr Platz zurückerobert hat. Aber genau dies hat Charme und gefällt mir deutlich besser als die fast schon sterilen Tempelanlagen in Mexiko. Während wir noch die Tempel besichtigen, bricht Ingo bereits nach Flores auf, wo er schon einige Tage zuvor war. Dank ihm wissen wir auch gleich noch wo wir eine nette, aber günstige Unterkunft finden, denn auch wir brechen nach der Tempeltour nach Flores auf.

Flores

Nachdem wir in der kleinen Inselstadt angekommen sind und besagtes Hostel gefunden haben, schlagen wir unser Zelt auf dem Dach auf und können den Ausblick genießen. Später treffen wir Ingo wieder und lassen den Abend mit einem leckeren Abendessen und einem Bierchen in einer nahegelegenen Bar ausklingen. Neben einigen organisatorischen Sachen, wie dem Aufstocken der Vorräte und dem Kauf eines Nierengurtes für Ulli, beschäftigen wir uns einen Großteil des Nachmittags damit, unser Zelt sturmsicher zu machen. Da der Wind immer heftiger wird und wir nicht die Möglichkeit haben Heringe als Verankerung zu nutzen, ziehen wir das Zelt mit Leinen fest und drehen es aerodynamisch in den Wind.

Fahrt nach Lanquin

Am nächsten Morgen starten wir mit den ersten Sonnenstrahlen, da wir eine längere Etappe hinter uns bringen wollen und die Straßenbedingungen nicht kennen. Wir fahren nach Lanquin, südöstlich von Flores und sind nun zu fünft unterwegs. Bereits wenige Meter außerhalb der Stadt ändert sich die Fahrbahnbeschaffenheit merklich. Aus der Asphaltstraße wird eine bucklige Dreckspiste. Des Öfteren merke ich, wie ich, mit meiner nun tiefergelegten Tenere, Kontakt zwischen Steinen und dem Motoschutz habe. Auch der Seitenständer hat für meinen Geschmack zu oft Berührungen mit den teilweise großen Steinen. Hier muss endlich was passieren. Ich brauch so schnell wie möglich die originalen Umlenkhebel, um etwas höher zu kommen. So macht das Fahren keinen Spaß.

Nachdem wir hin und wieder ein paar Asphaltabschnitte passiert haben, wechselt der Untergrund relativ überraschend zu groben und zum Teil kindskopfgroßen Steinbrocken. Gerade eben fährt man noch auf einer idyllischen Straße durch die Berge Guatemalas und im nächsten Augenblick muss man sich tunlichst überlegen ob man überhaupt noch einen Blick nach links oder rechts riskiert, um die schöne Landschaft zu genießen. Und so kommt es dann auch wie es kommen musste. Daniel findet nach einer Kurve eine kleine Einfahrt, um sich die Landschaft etwas genauer anzusehen. Joey stoppt, weil sie Daniel am Straßenrand erblickt. Jedoch kommt dieses Stopp-Manöver für Ulli etwas überraschend, da sie sich auf die vor ihr liegende Fahrbahn fokussiert. Zu spät erkennt sie, dass sie Joey ausweichen muss, was bei diesem Untergrund leicht gesagt ist. Ganz zu schweigen, dass es rechts steil bergab geht und somit eine Fehlentscheidung verhängnisvolle Folgen haben kann. Irgendwie schafft Ulli es sich zwischen Joey und dem Abhang durchzumanövrieren. Doch das Überraschungsmoment für dieses Ausweichmanöver ließ eine gut durchdachte Streckenführung nicht mehr zu. In einem wilden Ritt, teilweise fast nur auf dem Hinterrad, zieht Ulli an Joey vorbei. Einige Male sah es so aus als könnte sie die Maschine stabilisieren und ich denke aus der Ferne: „Puh geschafft“, doch einige großen Steinbrocken lagen leider an der falschen Stelle und so kommt Ulli einige Meter hinter Joey auf der Straße zum Fall. Zum Glück nicht in Richtung Abgrund und zum Glück nicht mit hoher Geschwindigkeit, sodass große Schäden ausbleiben. Lediglich die Aufnahme für die Koffer ist um nahezu 90 Grad gedreht und muss gerichtet werden. Ein oder zwei Nieten der Befestigung haben es auch nicht überlebt. So ist der Schreck auch schnell überwunden und die ersten Witze über die gelungene Stunteinlage werden gemacht. Mit großen Steinen rücken Daniel und ich der beschädigten Kofferhalterung zu Leibe. Nach einigen mehr oder weniger gezielten Schlägen mit dem groben Werkzeug, befestigen wir die Box wieder am Motorrad und es kann weiter gehen.

Einige Kilometer später erwischt es Ulli wieder, als sie nach einer Kurve vor einer großen Steigung die Fahrspur wechseln will, rutscht ihr das Bike weg. Dieses Mal ist alles harmloser. Wir haben Glück im Unglück, dass sie mit dem Bike nicht in die tiefe Auswaschung gerutscht ist, dies hätte das Aufrichten deutlich erschwert und hätte uns deutlich mehr zum Schwitzen gebracht. So hängen wir zu viert an der Tenere und versuchen sie von der Auswaschung weg auf die Straße zu ziehen. Unter Zuhilfenahme des Motors im 1. Gang gelingt uns die ganze Prozedur. Trotzdem kommen wir gut ins Schwitzen und den Anwohnern des nahegelegenen Dörfchens haben wir auch gleich noch etwas Gesprächsstoff geliefert. Ingo schien noch Kräfte übrig zu haben oder war einfach nur am falschen Ort und durfte einer alten Frau aus dem Dorf noch einen Sack Reis nach Hause tragen.
Als ob wir nicht schon mit der bescheidenen Pistenbeschaffenheit genug zu tun hätten, fängt es auch noch an zu regnen. Nun wird es noch abenteuerlicher. Steile Passagen befahren wir immer einzeln, sodass falls einer stehen bleibt der Rest nicht stoppen muss oder ins Rutschen gerät. Ich fahre als Letzter und komme an eine Stelle, die durch den Regen so rutschig geworden ist, dass ich kaum Halt bekomme. Ein Meter vor zwei Meter zurück. Absteigen geht auch nicht, zu rutschig ist der Untergrund. Trotz der Tieferlegung bekomme ich kaum Gripp mit den Beinen. Ingo der vor mir gefahren ist, merkt als erste, dass ich nicht mehr weiterkomme. Er stellt seine Tenere ab und kommt zu Fuß zurück, um mich anzuschieben. Aber auch mit vereinten Kräften kommen wir über eine nette Rutschpartie nicht hinaus. Daniel ist auch auf dem Weg zurück. Nun halten beide das Bike und ich steige ab und lasse Daniel mit seinem Größen- und Erfahrungsvorteil ans Werk. Ein wenig stabilisieren wir ihn noch, aber dann hat er die Stelle auch schon gemeistert. Einige hundert Meter weiter treffen wir dann den Rest der Gruppe und machen eine Pause. Da der Regen aber nicht aufhören will geht es bald weiter, weil wir noch einige Kilometer vor uns haben.

Irgendwann ist wird die Straße auch wieder besser und hier nehmen wir Abschied von Ingo, der heute noch nach Cobán will. Unser Weg führt uns weiter nach Lanquin, was für uns auch gleich wieder bedeutet: „Auf Wiedersehen Asphalt“. Zum Glück hat der Regen nachgelassen und die Piste ist relativ gut befahrbar. Zumindest für einige Kilometer. Irgendwann, an einer Weggabelung, winkt uns ein Einheimischer zu sich heran, der noch ein paar Unterkünfte zu vergeben hat und uns auch gleich noch Bescheid gibt, dass die nun folgende Strecke kaum mehr passierbar ist. Wir beraten uns kurz und wollen so kurz vor dem Ziel nicht aufgeben. Also fahren wir weiter. Fahren trifft es aber bald schon nicht mehr, wir rutschen und driften eher auf dem Schlamm. Nun heißt es „Durchhalten“. Nach einer letzten Rutschpartie bergab auf einer nassen und schlammigen Kopfsteinpflasterstraße, sind wir an unserer Unterkunft angekommen. Hier gibt es zwar leider nur ein 3-Mann-Zimmer für uns vier, aber das ist uns nach diesem Tag egal.
Es ist nun bereits 18.30Uhr und somit dunkel. Nach 11,5 Stunden haben wir eine der anspruchsvollsten Etappen unserer Reise gemeistert. Gut, dass wir so zeitig gestartet sind. Jetzt ist Entspannen und Trocknen angesagt.

Nachdem wir uns von dem anstrengenden Tag bei einem ausgiebigen Frühstück erholt haben, fahren wir, dieses Mal vorzugsweise mit einem 4×4 Pick-up, nach Semuc Champey. 10 Kilometer sind es bis zum heutigen Ziel, diese haben es aber in sich. Teilweise ist der Boden noch schlammig und andererseits beinhaltet die Strecke Steigungen an denen man nicht anhalten möchte. Dies ist aber durch den ständigen Gegenverkehr nicht auszuschließen. Die Trucks und Pick-ups werden für uns auf den Bikes jedenfalls keinen Platz machen. Einige Autos schaffen die Steigungen selbst mit Schwung nicht und rutschen hin und her. Wir sind froh, dass wir uns für die 4×4 Variante entschieden haben und kommen entspannt bei den natürlich-blau-grünen Pools an. Nach einem schweißtreibenden Marsch zu einem Aussichtspunkt sehen wir uns die Pools von oben an. Es ist wieder einmal erstaunlich, was die Natur alles geschaffen hat. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es aber wieder abwärts. Unten angekommen, erkennen wir, dass die gesamten Pools auch noch von einem Fluss unterspült sind, was die „Anlage“ noch interessanter macht. Jetzt ist es aber Zeit für eine Abkühlung und wir gehen in den Pools baden. Auf dem Rückweg merken wir erst, dass der untere Teil der Pools noch schöner und weniger besucht ist, aber nun ist es schon zu spät und wir treten die Rücktour an. In unserer Unterkunft angekommen erblicken wir im Bad eine kleine Überraschung. Ein Skorpion fühlt sich scheinbar im Abflusssystem sehr wohl. Wir sind jedoch nicht so erpicht auf diesen Gast und versuchen ihr einzufangen. Dies gelingt uns aber nicht, sodass er wieder in die Öffnung des Waschbeckens verschwindet. Wir hoffen, dass wir von ihm in der Nacht in Ruhe gelassen werden und auch nicht aus Versehen auf ihn drauf treten.

Ohne weitere Skorpionvorkommnisse starten wir am Montag nach Coban. Wir hoffen, dass die Piste etwas abgetrocknet ist, aber leider ist das nicht der Fall. So schlittern wie abermals diese Straße entlang. An einer Kurve am Hang stoppen wir, da der Verkehr von unten Schwung und Platz braucht, um die Kurve zu bekommen. Fahrerisch trennt sich hier die Spreu vom Weizen. Einige der Fahrer wissen nicht einmal, dass sie Allrad haben oder wie dieser zu aktivieren ist. Andere sind so cool und filmen die Fahrt mit dem Handy in der linken Hand und rutschen dabei geradewegs von der Piste in den Graben. So haben sie wenigsten eine nette Erinnerung. Das diese Aktion alle anderen Fahrer wieder Zeit kostet, ist hier glaube ich nicht sonderlich relevant. Obwohl es immer wieder ein paar gibt, die es besonders eilig haben und an den bereits stehenden Autos vorbeiziehen obwohl der Gegenverkehr schon in Sicht ist und es kaum Ausweichmöglichkeiten gibt. Irgendwie geht es dann aber doch. Wir schlittern vorsichtig die Straße herunter und sind nach einigen Kilometern aus dem Gröbsten raus. Aber zu früh gefreut nun fängt es wieder an zu regnen und wir fahren den restlichen Weg mit viel Nebel und Regen nach Coban. Hier ist es gleich wieder so warm, dass man in den Regensachen förmlich gekocht wird. Zum Glück hat uns Ingo einen Tipp für eine gute Unterkunft geschickt, sodass wir wenigstens nicht allzu lange suchen müssen.


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